Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese)


Die Fruchtwasserpunktion findet ab der 14. SSW (i.a. in der 16. SSW) statt, da sich erst genügend Fruchtwasser gebildet haben muß. Der Arzt entnimmt durch die Bauchdecke der Mutter ca. 15-20 ml Fruchtwasser. Der Eingriff findet unter ständiger Ultraschallüberwachung statt. Aus dem Fruchtwasser werden abgefallene Haut- und Schleimhautzellen des Embryos gewonnen und aus den Zellkernen ein Chromosomenbild angefertigt. Diese Zellen sind selbst nicht mehr teilungsfähig und müssen erst im Labor in einem aufwendigen Verfahren zur Teilung gebracht werden; deshalb dauert das Untersuchungsergebnis zwei bis drei Wochen.

Es gibt auch einen Schnelltest, der nach 2 Tagen eine Aussage über die schlimmsten Chromosomenveränderungen gibt. Die Kosten für den Test müssen in der Regel selbst getragen werden. Dieses Ergebnis wird zu 85% von der Langzeituntersuchung betsätigt.

Die Untersuchung gibt Aufschluß über fetale Chromosomenstörungen, die häufigste das Down-Syndrom. Weiterhin kann man angeborene Enzymdefekte, die Stoffwechselerkrankungen hervorrufen, und wenige Erbkrankheiten diagnostizieren. Auch das Geschlecht des Kindes läßt sich feststellen. Das Risiko einer Fehlgeburt liegt bei 0,5%. Die Untersuchung sollte nur von einem erfahrenen Arzt vorgenommen werden.


Man sollte bedenken, daß es auch bei dieser Untersuchung Fehler beim Ergebnis geben kann. Diese sind natürlich sehr selten, aber das Risiko, ein krankes Kind zu bekommen, ist auch nicht hoch. Ich kenne persönlich einen Fall, die sich entschlossen haben, Ihr behindertes Kind zu bekommen, es war gesund. In sehr seltenen Fällen kam es vor, daß nicht die Zellen des Kindes, sondern die der Mutter extrahiert wurden.

Andere Paare, die sich nicht zu einer Abtreibung entschlossen haben, sahen den Vorteil der Untersuchung darin, sich bereits während der Schwangerschaft auf die Förderung behinderter Kinder vorzubereiten. Ansonsten sollte man sich überlegen, ob man Konsequenzen aus einem ungünstigen Ergebnis ziehen könnte, wenn man diese Untersuchung vornehmen läßt.

Für die Daten wird keine Gewähr übernommen. Die Zahlen wurden uns von einem pränatalen Zentrum in München genannt (Stand: 08/2000).