Sprachliche Auffälligkeiten


Viele Kinder haben bis zum Alter von 4 Jahren Auffälligkeiten in der Sprachentwicklung, die entwicklungsbedingt und völlig normal sind. Wenn die Sprachdefizite jedoch über den 4. Geburtstag des Kindes hinaus anhalten, sollte Beratung und Hilfe aufgesucht werden. Die häufigsten Störungsbilder sind:

  • Artikulationsstörung (=Dyslalie) - Auffälligkeiten der Lautbildung. Hierbei ersetzt das Kind einen oder mehrere Laute durch andere Laute z.B. Tanne statt Kanne. Oder das Kind lässt einen bzw. mehrere Laute weg und sagt statt Blume – Lume. Die häufigsten Lautfehlbildungen sind Sigmatismus (betrifft das „s“), Schetismus (betrifft das „sch“), Rhotazismus (betrifft das „r“), Kappazismus (betrifft das „k“) sowie Gammazismus (betrifft das „g“). Bei ein bis zwei Lautbildungsauffälligkeiten spricht man von partieller Dyslalie, bei drei bis fünf von multipler und bei mehr als sechs Lauten von universeller Dyslalie.

  • Dysgrammatismus – Auffälligkeiten der Grammatik. Bei diesem Störungsbild lassen die Kinder Wörter oder Satzteile weg, wie z.B. Papa Gummibärchen. Die Sätze sind in der falschen Wortreihenfolge gestellt, z.B. Auto wir fahren. Außerdem fällt eine fehlerhafte Form der Satzteile auf, z.B. Ich gehen Spielplatz.

  • Poltern – Auffälligkeiten im Sprechablauf. Das kindliche Sprechen ist von hastigem, unrhythmischem, unverständlichem Sprechen gekennzeichnet. Dem Kind bereiten sprachliche Abläufe in einen zeitlichen Ablauf zu bringen, Probleme.

  • Stottern – Auffälligkeit des Redefluss. Das Kind spricht unflüssig, da es Silben oder Laute wiederholt und/oder Laute dehnt. Stotternde Kinder vermeiden häufig das Sprechen und empfinden beim Reden Angst, Wut oder auch Scham.

  • Rhinophonie – Auffälligkeiten in der Nasalität des Sprechens. Beim Sprechen gelangt entweder zu wenig (geschlossene Rhinophonie) oder zuviel Luft (offene Rhinophonie) durch die Nase.


Weitere Alarmsignale, die aufzeigen, dass die Sprachentwicklung nicht der Norm entspricht sind folgende:

  • Wenn Kinder sich Wörter, die im Alltag häufig vorkommen, nicht merken können

  • Wenn der Wortschatz mit 2 Jahren weniger als 50 Wörter umfasst

  • Wenn die Sprache des Kindes mit 3 Jahren für Außenstehende nur schwer zu verstehen ist

  • Wenn ein Kind mit 4 Jahren mehrere Laute/Lautverbindungen nicht beherrscht, noch keine richtigen Sätze bilden kann, beim Erzählen oft stockt, falsche Wörter oder Wortformen benutzt werden

Wenn Ihr zu irgendeinem Zeitpunkt der Entwicklung den Eindruck habt, dass die Sprachentwicklung Eures Kindes nicht altersgerecht ist, wendet Euch an den Kinderarzt bzw. Beratungsstellen.