Bildung im Kindergarten


Seit dem neuen Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan für Kindertagesstätten wird der Kindergarten nicht mehr ausschließlich als Betreuungseinrichtung, sondern als Bildungseinrichtung verstanden. Die Kinder sollen nun nach dem Erziehungsplan auf spielerische Art verschiedenste Kompetenzen erlangen, die ihnen in ihrer Schullaufbahn als Basiswissen dienen sollen.

Der Erziehungs- und Bildungsplan im Elementarbereich zeigt auch einen wichtigen Punkt auf: Nämlich wie die Pädagoginnen und Eltern die Erziehungs- und Bildungspartnerschaft praktizieren sollen. Durch regelmäßig stattfindende Entwicklungsgespräche kann an den Fähigkeiten des Kindes „gearbeitet“ werden. Weitere Bildungs- und Erziehungsziele werden im Folgenden aufgeführt:

  • Allgemeine Grundsätze für die individuelle Förderung – Das Kind gestaltet in Abhängigkeit seines Entwicklungsstandes seine Bildung von Anfang an mit. Das Kindergartenpersonal ist für ein anregendes Lernumfeld und ganzheitlichen Lernangeboten verantwortlich. Die Pädagoginnen fördern die Kinder individuell und stehen mit den Eltern in einem ständigen Austausch über das Kind.

  • Basiskompetenzen – Die Kinder werden in der Persönlichkeitsentwicklung, Verantwortung, Konzentration sowie sozial und emotional gefördert. Werte werden durch die Kindertagesstätte vermittelt.

  • Kinderschutz – Rauchverbot im Kindergarten und –gelände. Bei Entwicklungsrisiken der Kinder werden in Zustimmung der Eltern Fachdienste hinzugezogen.

  • Ethische und religiöse Bildung und Erziehung – Achtung vor religiösen Überzeugungen, Gemeinschaftsgefühl und Konfliktlösungen sollen erlernt werden.

  • Sprachliche Bildung und Förderung – Die Kinder sollen befähigt werden, ihre Sprachkompetenz altersgerecht auszubauen. Dialekte werden gefördert. Insbesondere im letzten Kindergartenjahr wird das Sprachverhalten vor allem bei Migrantenkindern genau beobachtet und gefördert.

  • Mathematische Bildung – Erlernen von Zahlen, Mengen, geometrischen Formen, Zeiträumen, Gewichte, Längen, Rauminhalte, Geldmengen.

  • Naturwissenschaftliche und technische Bildung – Die Kinder sollen naturwissenschaftliche Zusammenhänge in der Natur verstehen und Experimente durchführen.

  • Umweltbildung und –erziehung – Erkennen und Mitgestalten von ökologischen Zusammenhängen. Der Erwerb von Umweltbewusstsein sowie Verantwortung für die Welt sollen erlernt werden.

  • Informationstechnische Bildung, Medienbildung und –erziehung – Kennenlernen der informationstechnischen Geräte und deren Bedeutung in ihrer Lebenswelt. Sachgerechter, selbstbestimmter und verantwortungsbewusster Umgang mit Medien soll die Medienkompetenz der Kinder fördern.

  • Ästhetische, bildnerische und kulturelle Bildung und Erziehung – Wahrnehmungsschulung der Formen, Farben und Bewegungen sowie der Ästhetik der Umwelt. Weiter soll das Wahrgenommene schöpferisch und kreativ gestalterisch zum Ausdruck kommen.

  • Musikalische Bildung und Erziehung – Die Kinder sollen die Möglichkeit, eine Vielzahl von Instrumenten kennen zu lernen. Durch Singen und musikalische Förderung sollen die Kinder befähigt werden, Musik konzentriert und differenziert wahrzunehmen.

  • Bewegungserziehung und –förderung, Sport – Entwickeln von motorischen Fähigkeiten, ausreichend Bewegungsfreiraum.

  • Gesundheitserziehung – Die Kinder sollen das Bewusstsein für gesunde Ernährung erlernen und auf Hygiene- und Körperpflege achten. Themen wie Straßenverkehr, richtiges Verhalten im Brandfall, Unfälle, Krankheiten, Sexualität sowie Gefahren im Alltag sollen mit den Kindern erarbeitet werden.

  • Aufgaben des pädagogischen Personals – Das Kindergartenteam hat dafür Sorge zu tragen, dass die Kinder die genannten Bildungs- und Erziehungsziele vor allem durch angeleitetes und freies Spiel erreichen. Ferner sorgt das Personal für das Wohlbefinden der Kinder. Die Pädagogen sollen sich an die Bildungs- und Erziehungsaufgaben des Bildungsplanes halten.