Die Geburt


Wenn man von Geburt spricht, meint man die drei Phasen, in die sich jede Geburt unterteilen läßt:
 
  • die Eröffnungsphase
  • die Austreibungsphase
  • die Nachgeburt

Hier finden Sie nur eine theoretische Beschreibung des Geburtsvorgang. Wenn Sie auch am praktischen Teil interessiert sind, lesen Sie unsere Geburtsberichte . Oftmals kommt es zu Beginn der Geburt zu leichten Schmierblutungen, wenn der Schleimpfropfen, der den Zervixkanal verschließt, sich löst. Andere Anzeichen sind regelmäßige Wehen oder das Platzen der Fruchtblase (Blasensprung). Bei Blutungen oder einem Blasensprung sollte man immer den Arzt aufsuchen.


Die Eröffnungsphase
Sie beginnt, wenn die Wehen in regelmäßigen Abständen einsetzen. D.h. die Gebärmutter zieht sich in regelmäßigen Abständen zusammen, wird hart und entspannt sich wieder. Ziel dieser Wehen ist es den Muttermund zu öffnen.

Sie endet, wenn der Muttermund eine Öffnung von etwa 10 cm Durchmesser erreicht hat. Diese Phase dauert in den meisten Fällen am längsten.

Die Gebärmutter zieht sich oft bereits während der Schwangerschaft zusammen, sie "übt". Wenn allerdings die eigentliche Geburt einsetzt, werden im Normalfall die Wehen stark und regelmäßig. Durch Hormone, die das Kind erzeugt, wird die Gebärmutter stimuliert, Prostaglandine zu produzieren. Diese Hormone rufen Kontraktionen und einen weicheren Muttermund hervor. Eine zusätzliche Stimulation kann das Platzen der Fruchtblase (Blasensprung) sein. Nach dem Fruchtwasserabgang regt der Druck des kindlichen Kopfes auf den Muttermund die Produktion von Prostaglandine an.

Wehen beginnen im oberen Teil der Gebärmutter und breiten sich dann bis zum Muttermund hin aus. Sie steigern sich zum Höhepunkt, bis der gesamte Uterusmuskel gespannt ist. Dieser entspannt sich dann wieder in die entgegengesetzte Richtung. Dann tritt die Ruhephase ein, in der sich Mutter und Kind erholen können. Man kann das Ganze mit einer Welle vergleichen. Das Kind wird wieder mit Sauerstoff versorgt.

Ist man sich nicht sicher, ob es "losgeht" oder es nur Übungs- oder Senkwehen sind, nützt oft ein warmes Bad. "Richtige Wehen" verstärken sich damit, Übungswehen werden leichter. Aber Vorsicht! Nicht mehr ohne Aufsicht in die Badewanne! Der Kreislauf ist oft sehr labil!!!!! Von Gebärmutter-wirksamen-Wehen spricht man, wenn die Wehen im Abstand von 5 Minuten kommen und 1 Minute dauern.

Wenn man in einer Klinik entbinden möchte, sollte man je nach Fahrtdauer und Verkehrsituation starten, wenn die Wehen im Abstand von ca 10 Minuten kommen.Der Wehenabstand rechnet sich übrigens vom Beginn der ersten Wehe zum Beginn der nächsten.

Mit gezielten Techniken (z.B. Atemtechniken), die man in Geburtsvorbereitungskursen kennenlernt, kann man mit Schmerzen besser umgehen. Ich persönlich hatte einen sehr guten Geburtsvorbereitungskurs, an dem auch mein Mann teilgenommen hat. Die dort erlernten Techniken, haben uns während der Eröffnungsphase sehr geholfen.

Der Verlauf der Geburt wird von der Lage des Kindes im Mutterleib bestimmt. Der Übergang von der Eröffnungsphase zur Austreibungsphase wird als Übergangsphase bezeichnet.
Der Muttermund öffnet sich komplett. Der Kopf des Kindes senkt sich in den Beckenkanal. Der Druck auf den Enddarm und das Kreuzbein, ruft den Drang hervor zu pressen. Die Übergangsphase dauert relativ kurz, ist aber am schmerzhaftesten.


Die Austreibungsphase
Der Muttermund ist nun vollständig offen. Das Baby wird mit den Preßwehen durch den Muttermund, das Becken und die Scheide geschoben. Die Phase endet mit der Geburt.

Tritt eine Wehenpause ein, sollte man sie zur Erholung und zum Kräfte sammeln nutzen. Die Presswehen sind meist sehr intensiv. Die Mutter muß jetzt aktiv arbeiten. Das Kind drückt auf den Beckenboden, der Kopf tritt durch diese Muskeln und dehnt das Gewebe der Scheide. Auch hier kann man unterstützen durch bestimmte Stellungen und die Atmung.

Schmerzhaft ist in der Regel der Durchtritt des Köpfchens durch die Scheide. Bei Erstgebärenden ist oft ein Dammschnitt nötig.


Die Nachgeburtsphase
Das Kind beginnt zu atmen und wird an die Brust der Mutter angelegt. Weitere Wehen lösen die Plazenta von der Gebärmutterwand ab und stoßen sie aus. Bei der ersten Geburt spüren die meisten Frauen wenig von der Nachgeburt, viele mehrfach Gebärende erzählen allerdings, daß die Nachgeburt ab dem zweiten Kind schmerzhaft war.