Krise nach der Geburt


Das erwartete Kind ist da und plötzlich kommt alles anders als erträumt?

Vielen Dank an dieser Stelle an den Verein Schatten und Licht, der uns diesen Text zur Verfügung gestellt hat. Mehr Informationen findet Ihr unter
Schatten und Licht 


Die Babynews-Redaktion



Das erwartete Kind ist da und plötzlich kommt alles anders als erträumt? - Statt Mutterglück nur Tränen ? Sie sind nicht allein. Weitaus mehr Frauen als vermutet geraten nach der Geburt eines Kindes in eine Krise. die Krise nach der Geburt gliederts ich in drei verschiedenen Kategorien, deren Grenzen fließend sein können.

1. Babyblues:
Kurzfristiges Stimmungstief in den ersten zehn Tagen nach der Entbindung, mit folgenden typischen Kennzeichen:
  • Traurigkeit und häufiges Weinen
  • Empfindsamkeit und Stimmungsschwankungen
  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Schlaf- und Ruhelosigkeit
  • Ängstlichkeit und Reizbarkeit
  • Konzentrationsschwierigkeiten.


2. Postnatale Depression:
Kann jederzeit im ersten Jahr nach der Geburt des Kindes entstehen. Es sind Abstufungen von leicht bis schwer zu unterscheiden. Typisch ist eine schleichende Entwicklung. Alle Äußerungen der Mutter hinsichtlich Selbstmordgedanken sollten unbedingt ernstgenommen werden. Hier ist eine unverzügliche psychiatrische Behandlung erforderlich. Kennzeichen können sein:
  • Müdikeit, Erschöpfung, Energiemangel
  • Traurigkeit, häufiges Weinen, inneres Leeregefühl, Schuldgefühle
  • allemeines Desinteresse, sexuelle Unlust
  • Konzetrations-, Appetit- und Schlafstörungen
  • Ängste, innere Unruhe, extreme Reizbarkeit, Panikattacken, Zwangsgedanken
  • zwiespältige Gefühle dem Kind gegenüber
  • Kopfschmerzen, Schwindel, Herzbeschwerden.


3. Postnatale Psychose (Wochenbettpsychose):
Gilt als schwerste und relativ seltene Form der nachgeburtlichen Krise, in deren Verlauf die Mutter den Kontakt mit der Realität verliert. Eine fachliche Betreuung (Nervenarzt/Psychiater) ist hier unbedingt erforderlich. Die postnatale Psychose entsteht typischerweise in den ersten zwei Wochen nach der Geburt. Es lassen sich folgende spezifische Symptommuster unterscheiden:
  • Manisch: starke Antriebssteigerung, motorische Unruhe, Verworrenheit, Wahnvorstellungen
  • Depressiv: extreme Angstzustände, Antriebs-, Bewegungs- und Teilnahmslosigkeit
  • Schizophren: Halluzinationen, Wahnvorstellungen, Antriebsarmut